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Risiken und Nebenwirkungen bei und Nach einer Fettabsaugung / Liposuktion

Stärkere Blutungen während oder nach der Fettabsaugung machen selten eine operative Blutstillung und/oder eine Bluttransfusion erforderlich. Kleinere oder größere Einblutungen bilden sich nach 2-6 Wochen von selbst zurück. Nur sehr selten muss ein Bluterguss (Hämatom) operativ ausgeräumt werden. Eine dauerhafte Gewebeverhärtung oder Hautverfärbung ist selten.
 
Lagerungsschäden (Druckschäden an Nerven oder Weichteilen mit Empfindlichkeitsstörungen und selten Lähmungen der Gliedmaßen), die bei einer Behandlung in Narkose auftreten können, sowie Haut- und Gewebeschäden durch Kriechströme, Hitze (z.B. Wärmematten) und/oder Desinfektionsmittel bilden sich meist von selbst zurück. Sie können in Einzelfällen aber auch eine langwierige Behandlung erfordern. Nicht immer gelingt eine vollständige Wiederherstellung der Nervenfunktion und es können dauerhafte Narben zurückbleiben.
 
Da Hautnerven durchtrennt werden, muss mit vorübergehenden, nur selten mit bleibenden Einschränkungen der Berührungsempfindlichkeit gerechnet werden.
 
Wird die Absaugung mit einem Ultraschallgerät durchgeführt, kann es trotz aller Sorgfalt durch Erwärmung der Ultraschallsonde selten zu thermischen Schäden (Verbrennungen) der Haut oder des Unterhautgewebes kommen. Diese Schäden können u.a. zu einer verzögerten Wundheilung und einer vermehrten Ansammlung von Gewebeflüssigkeit führen. Nach ultraschallgestützter Fettabsaugung kann es selten zu langanhaltenden Missempfindungen kommen.
 
Werden sehr große Mengen Fettgewebe entfernt bzw. große Mengen Tumeszenzlösung eingespritzt, kann es durch die Flüssigkeitsverschiebung zu Kreislaufreaktionen bis hin zum Kreislaufschock oder zu einem Lungenödem kommen. Daher ist in diesen Fällen ein genauer, kontrollierter Flüssigkeitsausgleich erforderlich.
 
Örtliche Infektionen sind selten; sie können die Wundheilung verzögern und eine Behandlung mit Antibiotika oder einen operativen Eingriff (z.B. Abszesseröffnung) erfordern.
 
Schwellungen können 3-6 Monate und länger (z.B. Halsbereich) anhalten. Im Bereich der Gelenke ist die Schwellneigung am stärksten ausgeprägt.
 
Da sich Gewebereaktionen nie genau vorhersagen lassen, muss nach der Operation mit kleinen Unregelmäßigkeiten der Hautkontur gerechnet werden. Meist bilden sie sich innerhalb einiger Monate von selbst zurück, gelegentlich ist ein zusätzlicher Eingriff erforderlich.
 
Bei Wundheilungsstörungen oder entsprechender Veranlagung können schmerzende und ästhetisch störende Narbenwucherungen mit Hautverfärbungen (Keloide) entstehen. Narben können auch schrumpfen, dadurch spannen und zu Bewegungseinschränkungen führen. Mit konservativen Maßnahmen (z.B. Salben, Druckmassage) und/oder Korrekturoperationen kann versucht werden, solche Narben zu verbessern.
 
Bei Allergie oder Überempfindlichkeit (z.B. auf Medikamente, Desinfektionsmittel, Latex) können vorübergehend Schwellung, Juckreiz, Niesen, Hautausschlag, Schwindel oder Erbrechen und ähnliche leichtere Reaktionen auftreten. Schwerwiegende Komplikationen im Bereich lebenswichtiger Funktionen (Herz, Kreislauf, Atmung, Nieren) und bleibende Schäden (z.B. Organversagen, Lähmungen) sind sehr selten.
 
Falls Umstände vorliegen, die das Eingriffsrisiko erhöhen, wird Ihr Arzt dies mit Ihnen besprechen, insbesondere das Risiko einer Thrombose und Embolie sowie die Thromboseprophylaxe bei erheblichem Übergewicht.

Auch vorbereitende und begleitende Maßnahmen sind nicht frei von Risiken. So kann es durch Spritzen oder Infusionskatheter zur Verletzung von Nerven und Blutgefäßen (z.B. Venenreizungen, Thrombosen) oder zu Infektionen (z.B. Spritzenabszessen) und sehr selten zu einer lebensgefährdenden allgemeinen Blutvergiftung (Sepsis) kommen.
 
Trotz aller Sorgfalt, mit der Fremdblutkonserven, Plasmaderivate und andere Blutprodukte hergestellt werden, lässt sich bei ihrer Übertragung/Anwendung eine Infektion , z.B. sehr selten mit Hepatitis-Viren (Leberentzündung) und extrem selten mit HIV (AIDS) sowie evtl. auch mit den Erregern von BSE bzw. der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung, nicht sicher ausschließen.